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CH - Tierpflegerin stirbt nach Tiger-Attacke im Zoo ZH

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 05.07.2020, 08:58 Uhr
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Zürich [ENA] Tierpflegerin stirbt nach Tiger-Attacke im Zoo Zürich - Im Zoo Zürich kam es am Samstagnachmittag zu einem tragischen Vorfall. Eine Tierpflegerin wurde von einem Amurtiger tödlich verletzt. Handelte es sich um eine Angstreaktion des Tigers? Wie der Zoo Zürich mitteilt, wurde eine Tierpflegerin in der Tigeranlage von einem Amurtiger angegriffen. Der Vorfall passierte am Samstag um etwa 13.30 Uhr.

Sofort rückte eine Gruppe Tierpfleger zur entsprechenden Anlage aus. Es sei ihnen gelungen, die Tigerin mit Rufen von der Tiefpflegerin wegzulocken. Ausgerückte Spezialisten von Schutz & Rettung begaben sich darauf sofort in die Tigeranlage, um sich um die verletzte Tierpflegerin zu kümmern. Trotz sofortiger Reanimationsmassnahmen kam für die 55-jährige Frau jede Hilfe zu spät – sie starb noch vor Ort. Für die Besuchenden und die Zoomitarbeitenden, die den Vorfall miterlebten, wurde ein Careteam aufgeboten. Zoodirektor Severin Dressen (32) spricht von einem hochgradig tragischen Ereignis. «Unser ganzes Mitgefühl gehört den Angehörigen des Opfers», sagt er während einer Medienkonferenz zum Vorfall.

Zoodirektor Severin Dressen (32) spricht von einem hochgradig tragischen Ereignis. «Unser ganzes Mitgefühl gehört den Angehörigen des Opfers», sagt er während einer Medienkonferenz zum Vorfall. Beim Tier handle es sich um eine junge Tigerdame namens Irina. Sie kam 2019 aus Dänemark nach Zürich. Bisher sei sie nie negativ aufgefallen. Ein Augenzeuge, der rund zwei Minuten nach der Attacke vor Ort war, berichtet davon, dass es rund acht bis neun Minuten dauerte, bis Hilfe vom Zoopersonal eintraf. «Der Tiger hatte die Frau am Genick gepackt», sagt er. Offenbar sei auch ein kleines Kind Zeuge des Angriffs geworden. Ein anderer Augenzeuge berichtete von vier Polizeiautos sowie von einem Krankenwagen mitten im Zoo.

«Die Polizisten rannten mit Pfefferspray und Gummischrot in Richtung eines der Tiergehege». Angstreaktion des Tigerweibchens? - Der tödliche Angriff der Amurtigerin habe nichts mit einer falschen Haltung zu tun, sagte Samuel Furrer, Leiter der Fachstelle Wildtiere beim Schweizer Tierschutz STS. Der Angriff sei eine normale Reaktion, wenn sich ein anderes Lebewesen in seinem Revier befindet. «Man kann dem Tiger keinen Vorwurf machen», so Furrer. «Der Tiger folgte seinem Instinkt.» Für den deutschen Tierverhaltensforscher Immanuel Birmelin wiederum deutet der Angriff auf eine Angstreaktion hin. Sonst hätte sich der Tiger nicht so leicht wieder von seinem Opfer weglocken lassen, sagt er.

Viele offene Fragen - Eigentlich werden die Tiger im Zoo Zürich ohne menschlichen Kontakt gepflegt. Das heisst, dass Pfleger und Tiger nie im selben Raum sein dürfen. Weshalb dies hier nicht der Fall war, wird nun untersucht. Das Institut für Rechtsmedizin sicherte Spuren, die weitere Untersuchung wird nun von der Staatsanwaltschaft geführt. Im Zoo Zürich befinden sich auf einer Anlage laut eigenen Angaben zwei erwachsene Amurtiger. Das rund fünfjährige Weibchen Irina und das viereinhalbjährige Männchen Sayan. Der Zürcher Zoo ist seit dem 6. Juni nach dem Corona-Lockdown wieder geöffnet. Aus Pietätsgründen bleibe der Zoo am Sonntag, 5. Juli 2020, aber geschlossen, heisst es in einer Mitteilung.

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