Donnerstag, 14.12.2017 16:01 Uhr

*Meet the Artist*, Shih – Wei Huang, Meylenstein Zürich

Verantwortlicher Autor: Léonard Wüst Zürich, 19.11.2017, 11:32 Uhr
Presse-Ressort von: leonardwuest.en-a.ch Bericht 3375x gelesen
Die taiwanesische Meisterin der Tastenzauberei Shih-Wei Huang
Die taiwanesische Meisterin der Tastenzauberei Shih-Wei Huang  Bild: Homepage Pressefoyer Shih-Wei Huang

Zürich [ENA] *Meet the Artist*, Shih – Wei Huang, in der exklusiven Eventlocation Meylenstein, Zürich,12. November 2017, besucht von Léonard Wüst.Programm: Beethoven Sonate in C Moll, Petrouchka igor Strawinsky Shih – Wei Huang interpretiert Chopin & ein musikalisches Surprise-Menü

Allgemeines über die Künstlerin Shih Wei Huang erhielt das gleiche Stipendium wie Lang Lang und studierte gegen den Willen ihres Vaters Musik. Der hätte sie lieber als Ärztin oder Rechtsanwältin gesehen. Shih-Wei Huang, *1988 in Taipei, absolvierte ihr Bachelor-Studium am renommierten Curtis Institute in Philadelphia & erreichte ihren Master an der Yale University. Sie gewann zahlreiche Auszeichnungen in den USA, Italien & Taiwan, u.a. 2001 & 2004 Steinway Young Artist Compet., 2011 52. Sorantin International Competition for Piano in Alaska sowie den Dorothy MacKenzie Artist Recognition Award in NY & 2012 bei der National Talent Bank.

Sie erzielte erste Preise beim internationalen Tastatur-Wettbewerb in NY, beim CHIMEI Artist Award, bei den Young Star Series Künstlern in Taiwan & beim Internationalen Mauro Paulo Monopoli-Klavierwettbewerb. Die Taiwanesen begeistert als Solistin & Kammermusikerin. Ausserdem konzertiert sie mit dem National Taiwan Symphony Orchestra & als Mitglied des Philadelphia Orchestras. Diese hochbegabte Tastenkünstlerin hautnah zu erleben, ist magisch & unvergesslich.

Im Moment belegt sie den Meisterkurs Klassik an der Hochschule für Musik in Luzern (HSLU). Nebst ihrer Muttersprache spricht sie ausgezeichnet englisch und deutsch. Ebenso kann man sich mit ihr in Mundart austauschen. Berührungsängste kennt sie keine, ist offen, freundlich und nett zu jedermann, unterhält sich am Rande des Auftritts mit den begeisterten Zuhörern, posiert geduldig und immer gut gelaunt für unzählige Erinnerungsfotos und Selfies.

Shih-Wei Huang
Von links nach rechts Beat Meyerstein, Veranstalter, Suling Lin (Entdeckerin der Künstlerin), Dr. Res Dolder, Shih-Wei H
Shih-Wei Huang am Piano

Andreas „Res“ Dolder erfüllte sich einen Herzenswunsch

Dank guten Beziehungen, exzellenten Kontakten und seiner Hartnäckigkeit gelang es Andreas „Res“ Dolder, seinen Herzenswunsch, ein Konzert mit seiner Bekannten Shih Wei Huang für ihre immer zahlreicher werdenden Schweizerfans in einem intimeren Rahmen, abseits der grossen Konzerthallen, zu realisieren. Dies auch dank der Spontanität und Generosität seines Freundes Beat Meyerstein, dem er von dieser ausserordentlichen Pianistin erzählt hatte. Der hat, ohne zu zögern, seine elegante Location und zusätzlich das Catering zur Verfügung gestellt.

So wurden denn die ca. 50 geladenen, ausgewählten Gäste äusserst herzlich willkommen geheissen im Foyer der Meylenstein Location an der Bellerivetrasse in Downtown Zürich. Die beiden Gastgeber und ihre Partnerinnen parlierten mit den nach und nach eintreffenden Freunden, Bekannten und andern Musikbegeisterten, stellten die Gäste einander vor, stimmten das gutgelaunte Publikum auf das folgende Konzert ein.

Meylenstein Eventlocation
Meylenstein Eventlocation
Meylenstein Eventlocation

Das intime Konzert der Ausnahmekünstlerin

Gastgeber „Res“ Dolder stellte die junge Pianistin kurz vor, erläuterte die Umstände seiner Bekanntschaft mit ihr (indischer Koch Event bei Lucette Achermann in Luzern), verwob das Ganze mit Zitaten von Igor Strawinsky, steigerte so geschickt zusätzlich die sonst schon grosse Spannung in Erwartung des Auftrittes. Das Werke, die aufgeführt würden, habe man zusammen abgesprochen, wobei die Künstlerin den Wunsch äusserte, die Strawinsky Komposition nach Beethoven, aber vor Chopin, zu spielen.

Dann bat er Shih Wei Huang, an den Konzertflügel. Diese erschien, gekleidet mit einem eleganten, langen schwarzen Abendkleid und griff sogleich energisch in die Tasten, setzte kraftvoll die Harmonien für den Auftakt in das Allegro von Beethovens Klaviersonate in C Moll. Dass sie auch sehr gefühlvoll einfühlsam kann, demonstrierte sie im darauf folgenden Adagio, besonders in den Intermezzi und den perlenden Läufen, ergänzte und schloss dann die Sonate mit dem schwungvollen, tänzelnden Rondo ab, das sie locker aus den Handgelenken schüttelte.

Shih-Wei Huang am Piano
Shih-Wei Huang am Piano
Shih-Wei Huang

Besorgt, dass Pianistin sich Knöpfe in die Finger spielt

Besonders bei den technisch unglaublich schwierigen Passagen in den drei Sätzen von Strawinskys „Petrouchka“ befürchtete ich ernsthaft, dass sie sich Knöpfe in die Finger spielt, vermochten doch meine Augen den flinken Fingern kaum zu folgen. (Strawinsky hatte diese Sätze extra für seinen Freund Arthur Rubinstein für das Pianoforte transkribiert, ist doch „Petrouchka“ eigentlich Ballettmusik, erläuterte Shih Wei, bevor sie das Werk in Angriff nahm). Mit der „Dance russe“ begann sie diese Trilogie fulminant mit einem Staccato von Strawinsky typischen Akkorden, besonders die rechtshändig untergriffigen, während die linke Hand de vier passenden Grundtöne dazu trällert.

Etwas weniger expressiv ist der zweite Satz, dem das Geschehen in Petrouchkas Haus zugrunde liegt, bevor mit „La semaine grasse“, dem letzten Satz, wieder eine wahre Klangeruption folgt. Da fegt die Pianistin nochmals die Tastatur rauf und runter, reiht Lauf an Lauf, Staccato an Tremolo, lässt die Bässe düster stampfen, unterlegt mit Variationen im mittleren Spielbereich der 88 Tasten, setzt dann wieder perlende Läufe bis an den obersten Rand der Tastatur. Dies alles spielerisch leicht, völlig entspannt, als ob das die leichteste Sache der Welt wäre.

Fasziniert, fast ungläubig lauscht das sachkundige Publikum diesem Musikgenuss den ich nur mit dem Prädikat „Weltklasse“ versehen kann. Wann hat man schon je die Gelegenheit, ausserhalb eines renommierten Konzertlokals, in einer passenden, stimmigen Location, solch ein Musikereignis zu erleben. Dementsprechend fiel dann auch der begeisterte Applaus der ca. 50 Personen aus, in etwa so laut wie in einem, mit ungefähr 1500 Leuten besetzten, „normalen“ Konzertsaal.

Von links nach rechts Beat Meyerstein, Veranstalter, Suling Lin (Entdeckerin der Künstlerin), Dr. Res Dolder, Shih-Wei H
v.l.n.r. Léonard Wüst, Shih-Wei Huang, Lucette Achermann
Shih-Wei Huang am Piano

Die Liebe der Künstlerin zu schwierigen Partituren

Sie liebe grundsätzlich die technisch sehr schwierigen Kompositionen, die Herausforderung, fast unspielbare Partituren anzugehen, erklärte sie beim Small Talk nach dem Konzert. Dann, so mein Gedanke, freue ich mich schon auf das nächste Mal, vielleicht im Juni 2019 beim Solistenkonzert mit dem Luzerner Sinfonieorchester der HSLU im KKL in Luzern, wenn möglicherweise Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 3 D Moll im Programm gelistet sein wird. Shih Wie wird ihren Meisterkurs an der HSLU im Sommer 2019 abschliessen und anschliessend ihre Karriere richtig lancieren.

Chopin als krönender Abschluss

Mit der „Grande Polonaise brillante“ hatte sie das geeignete Werk ausgewählt, um das Feuer, das sie mit der „Petrouchka“ entfacht hatte, am Lodern zu halten. Wie für sie komponiert wirkten die beidhändig entgegensetzt verlaufenden Läufe mit den fulminanten Über – und Untergriffen, die der polnische Komponist in seine Partituren geschrieben hatte und mit denen er die Pariser Damenwelt in deren Salons entzückte und begeisterte. Entzückt und begeistert von der Darbietung der Taiwanesin waren in der Location Meylenberg nicht nur die Damen, sondern auch die Herren und zusammen feierte man die Protagonistin mit einer stehenden Ovation, die diese strahlend genoss.

. Der ihr überreichte Blumenstrauss musste sie dann aber umgehend wieder hergeben, da sie ihre Hände für die vehement geforderte Zugabe brauchte. Diese gewährte sie in Form der „Fantasie Impromptu“ von Fréderic Chopin und das kam einem Schaulaufen gleich und wurde wieder entsprechend honoriert, sodass Shih Wie nichts anderes übrig blieb, als sich erneut hin zu setzen und nochmals in die Tasten zu greifen. Den endgültigen Schlusspunkt setzte dann die Nationalchinesin mit der Interpretation der Filmmusik aus „Pirates of the Carribean“, demonstrierend, dass sie nicht nur das klassische Repertoire perfekt beherrscht. Ein erneuter Applausorkan war ihr sicher und beschloss das Konzert.

Anschliessend bedankten sich die beiden Veranstalter nochmals bei der Künstlerin, bei den Anwesenden, die den Anlass grosszügig monetär unterstützt hatten, sodass Beat Meyerstein der sichtlich erfreuten Pianistin eine stattliche, reichlich verdiente Gage in einem Couvert überreichen konnte. Man kanns kaum glauben, aber Shih Wie Huang ist, als Absolventin des Meisterkurses an der HSLU, immer noch Studentin, natürlich mit dementsprechend kleinem Einkommen. Im Anschluss wurden die Gäste noch mit einem Apéro riche verwöhnt und unterhielten sich noch angeregt, pflegten bestehende Kontakte und knüpften neue.

Fazit: ein tolles, weil einmaliges Erlebnis in aussergewöhnlich stimmigem Ambiente, Weltklasse hautnah, nicht abgehoben, dargereicht von einer sympathischen, bodenständig geerdeten Persönlichkeit, mit einer grossen Ausstrahlung. Das Ganze organisiert von zwei ebensolchen Gastgebern, genossen von eingeladenen Glückspilzen.www.shihweihuang.com www.meylenstein.ch www.leonardwuest.ch Für aktuelle regionale Nachrichten und Kultur aus der Innerschweiz besuchen Sie www.innerschweizonline.ch www.bochumer-zeitung.com

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